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Butzi

 

                     

Nachdem Merle und Oxana aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr im Sport geführt werden konnten, hatte ich plötzlich ein großes Vakuum, kein Hundeplatz mehr, kein Arbeiten mit einem Dobermann.

Durch Zufall erfuhr ich, dass in Österreich ein brauner Rüde aus einem Wurf mit dem Rüden

Hägar vom Olymp im Zwinger "di casa Shirak" im Alter von 5 Monaten übriggeblieben war. Da ich Hägar als guten Sporthund kannte, wurde ich neugierig. Nach einigem Hin und Her durch mailen und telefonieren fuhr ich dann nach St. Georgen am Walde in Österreich. Dort sah ich dann einen kleinen, verängstigten braunen Rüde, der sofort Kontakt suchte und nicht mehr von der Pelle rückte. Er mußte damals unter 4 erwachsenen Hunde leben und so wie es aussah litt er sehr darunter.

Nach einer Nacht des Grübelns fuhren am nächsten Tag 3 Dobermänner zurück nach Selzen, Merle, Oxana und Butzi, der eigentlich Devaj Dama di casa Shirak hieß. Aber da seine Züchterin ihn Butzi rief behielt ich seinen Namen bei.

Mit ihm fing ich anstatt mit 8 Wochen nun mit 5 Monaten mit der Ausbildung an. Ich wollte mit ihm meine bisherigen Ausbildungswege verlassen und andere Methoden ausprobieren. Ich besuchte verschiedene Seminare mit ihm, Edgar Scherkl und Dana Miller, Jogi Zank, Ivan Balabanov und Bernd Föry. Ich trainierte nicht mehr auf einem Dobermannplatz, sonders bei den Gebrauchshunden und beim SV. Hier versuchte ich, vieles mit den Augen zu "klauen" und bei Butzi anzuwenden. Im Großen und Ganzen gelang es mir auch, ich nahm an 4 Deutschen Meisterschaften des DV teil, 2005 bis 2008 und 2009 traten wir für das deutsche Team bei der WM in Apolda an. Butzi bestand seine ZTP in Mannheim, wurde aber nie als Deckrüde eingesetzt.

Als 2005 Merle an DCM starb, fuhr ich, wie bereits erwähnt, mit Oxana und Butzi im Dez. 2005 zur LMU nach München, um die beide untersuchen zu lassen. Butzi hatte nach Auswertung des 24-Stunden-Holters null Extrasystolen. Im nächsten Jahr, 2006, hatte er erneut keine einzige Extrasystole, was mich sehr freute.

2007 hatte er dann vier Extrasystolen, 2008 siebzehn Extrasystolen. Ich war zu diesem Zeitpunkt fest der Meinung, dass Butzi, im Gegensatz zu Merle und Oxana, keine Veranlagung für eine DCM-Erkrankung hatte.

Während der Teilnahme an der WM merkte ich dann aber am Tag der Fährtensuche, dass er nicht so agil wie sonst war. In der Fährte, die er eigentlich immer recht gut suchte, erhielt er nur 20 Punkte, weil er nach etwa einem Drittel der Fährte nicht mehr konnte und regelrecht apathisch auf dem Acker stand. Ich brach die Fährte ab, da ich mir Sorgen um seine Gesundheit machte. Am nächsten Tag dann war er wieder fit und man merkte ihm nichts mehr an. In den beiden anderen Sparten bestanden wir einwandfrei. Nach der Rückkehr von Apolda vereinbarte ich einen Untersuchungstermin in München, obwohl eigentlich noch fast ein halbes Jahr Zeit war bis zur turnusgemäßen Untersuchung.

Schon beim Ultraschall wurden Ungereimtheiten an seinem Herz festgestellt, und das Ergebnis des 24-Stunden-EKG´s war sehr sehr schlimm, er hatte 42.318 Extrasystolen. Und das nach einem halben Jahr nach der letzten Untersuchung im Dez. 2008.

Da ich wußte, dass es bei dieser hohen Anzahl keine Rettung mehr gab, rechnete ich täglich mit seinem Tod.

Er bekam Unmengen von Tabletten und dadurch konnte er übern Sommer und Herbst doch ein gutes, hundegerechtes Leben führen. Es war fatal, man merkte ihm überhaupt nichts an.

Am 14. Dez dann zog Charly bei Butzi und mir ein, und für den 17. Dez. hatte ich wieder eine Kontrolluntersuchung in München vereinbart. Am 16. Dez. begann Butzi sehr intensiv zu hecheln, es hörte nicht mehr auf und er lag fast nur noch in seinem Körbchen. Ihm gings verdammt schlecht. Meine ganze Hoffnung lag darin, dass man ihm am nächsten Tag in München in der Uni helfen würde damit es ihm wieder besser ging. An diesem 17. Dez. fuhren wir dann früh los Richtung München. In der Nähe von Stuttgart hielt ich dann auf einem Rastplatz, um "Klein-Charly" kurz raus zu lassen. Butzi lief natürlich mit und markierte in altgewohnter Manier Büsche usw.

Als wir zurück zu Auto liefen, begann er, fünf Meter davor, zu torkeln und fiel auf die Seite. Trotz Herzmassage gelang es mir nicht, ihn wieder ins Leben zurück zu holen.

So starb mein armer Butzi auf einem einsamen, popeligen Autobahnparkplatz. Es war so schlimm.

 

Ich habe ihn im Garten neben Merle, Oxana und Kira beerdigt.

 

 

       
Butzi am dänischen Strand, Sandburg besetzen, war seine Lieblingstätigkeit   Butzi in der Nordsee  

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